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Nachhaltige Energienutzung

Obwohl der Zugang zu Energie und Energiedienstleistungen die Entwicklung fördern, bedrohen die heutige Art der Energieproduktion und –nutzung lokal und global die Umwelt und führen zu erheblichen sozialen Ungerechtigkeiten. Die Verbrennung fossiler Energieträger trägt zur Luftverschmutzung in Städten, zur Übersäuerung von Land und Wasser und zu unvorhersehbaren Folgen aufgrund des Klimawandels bei. Die nicht nachhaltige Nutzung von Biomasse als Energieressource kann zur Wüstenbildung beitragen und zu gesundheitlichen Schäden führen durch die Verschmutzung von Luft in Wohnräumen.

Die nachhaltige Nutzung von Energie bedeutet dagegen, dass neben der Chance zu sozialer und ökonomischer Entwicklung durch den Zugang zu Energie und Energiedienstleistungen auch ökologische Aspekte berücksichtigt werden.

Nachhaltige Entwicklung erhielt im Zuge der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Johannesburg 1992 den Stellenwert einer politischen Programmatik. „Durch eine Vereinigung von Umwelt- und Entwicklungsinteressen und ihre stärkere Beachtung kann es uns […] gelingen, die Deckung der Grundbedürfnisse, die Verbesserung des Lebensstandards aller Menschen, einen größeren Schutz und eine bessere Bewirtschaftung der Ökosysteme und eine gesicherte, gedeihlichere Zukunft zu gewährleisten. Das vermag keine Nation allein zu erreichen, während es uns gemeinsam gelingen kann: in einer globalen Partnerschaft, die auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichtet ist."

Die Agenda 21 bildet das weltweite Rahmendokument, in dem die internationalen Ziele für Nachhaltigkeit festgeschrieben sind. Sie sollen die Situation von Mensch und Umwelt weltweit verbessern.

In den meisten Fällen kann die Schädigung der Umwelt direkt oder indirekt verringert werden: durch zunehmende Energieeffizienz, moderne Techniken der Energieproduktion und Energienutzung, den Ersatz verschmutzender Energielieferanten durch saubere und durch die Einführung erneuerbarer Energien.

Weltweit nutzen fast zwei Milliarden Menschen ausschließlich Biomasse als Energiequelle, was regional zu großen Umweltproblemen führt und die Existenzgrundlage von einer Milliarde Menschen gefährdet. Die Menge von gesammeltem Holz und damit die Schädigung der Umwelt können durch die Einführung moderner Biomasse-Energiesysteme, Brennstoff-effizientere Herde, das Beschaffungsmanagement von Feuerholz und den Ersatz des Brennmaterials reduziert werden.
Um dem Klimawandel zu begegnen, der mit der Verbrennung fossiler Brennstoffe und der daraus entstehenden Treibhausgase beschleunigt wird, können sauberere und effizientere Energiesysteme eingesetzt werden. Der Zugang zu erneuerbaren Energien, zu modernen Energiedienstleistungen und einer dezentralen Versorgung sind grundlegend für Entwicklung und Umwelt- und Klimaschutz.

Bei der Investition in moderne Energiedienstleistungen müssen Industrieländer eine Vorreiterrolle übernehmen. Durch eine Kooperation zwischen Industrie- und Entwicklungsländern können dann Technologietransfer, Kompetenzbildung und verstärkte Finanzierung moderner Energiedienstleistungen eine win-win Situation für Entwicklung, Umwelt und Klima schaffen.

Quelle: UNDP, Energizing the Millennium Development Goals